Die Gabe, russisch Дар (Dar), ist ein 1938 vollendeter Roman von Vladimir Nabokov. Er ist Nabokovs neunter Roman und der letzte, den er auf Russisch schrieb. Am Beispiel seines Protagonisten, eines russischen Schriftstellers im Berlin der 1920er Jahre, diskutiert Nabokov Probleme schriftstellerischer Perspektive und entfaltet einen Rückblick auf die russische Literatur, aber auch satirische Seitenhiebe auf die russische Emigrantenliteratur.

Der Roman spielt in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre in Berlin. Der Protagonist ist Graf Fjodor Godunow-Tscherdynzew, ein heimwehkranker junger russischer Schriftsteller, der nach der Oktoberrevolution ins Exil ging. Von ihm wird sowohl aus der Ich-Perspektive als auch in der dritten Person erzählt. Im Mittelpunkt jedes der fünf Kapitel des eher handlungsarmen Romans steht jeweils ein Werk Godunow-Tscherdynzevs. Im ersten Kapitel bezieht er zur Untermiete ein neues Zimmer in der Tannenbergstraße, womit nach Meinung des Herausgebers der deutschen Ausgabe Dieter E. Zimmer die Pfalzburger Straße in Berlin-Wilmersdorf gemeint ist.[1] Er hat gerade eine Sammlung mit autobiographischen Gedichten über seine Kindheit veröffentlicht und möchte sie in der großen Kolonie russischer Emigranten diskutieren, wo sein Buch aber auf wenig Echo stößt. Im zweiten Kapitel bereitet Godunow-Tscherdynzew eine Biographie seines Vaters vor, eines Forschungsreisenden und Lepidopterologen, der auf einer seiner Reisen durch Sibirien und Zentralasien verschollen ist. Godunow-Tscherdynzev bricht das Projekt jedoch ab. Er zieht in ein neues Zimmer in der Agamemnonstraße, womit die Nestorstraße in Berlin-Halensee gemeint ist, wo Nabokov zur Abfassungszeit des Romans tatsächlich zur Untermiete wohnte. Immer wieder bezieht er sich bewundernd auf Alexander Sergejewitsch Puschkin (1799–1837), den Begründer der neueren russischen Literatur.

Quelle: Wikipedia

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